EUROPEAN JAZZ QUINTET

Alan Skidmore, Gerd Dudek, Rob van den Broeck, Ali Haurand, Tony Levin

Amerika ist das Ursprungsland des Jazz, allerdings nicht ohne Hilfe der melodischen und harmonischen Zutaten Europas. Amerikas Jazz wiederum machte eine europäische Jazzentwicklung möglich. Mit dem Jazz kam die Improvisation zurück in die musikalische Landschaft unseres Kontinents. Erste eigenständige Ergebnisse europäischer Jazzentwicklung kann man bis zu Django Reinhardt und seinem Quintett „Hot Club de France“ zurückdatieren. Eine in die Breite gehende Entfaltung von originär Europäischem leiteten jedoch erst Musiker der Free-Jazz-Ära ein.
Die seither erreichte Identität der europäischen Expression im Jazz erlaubt es, heute von EURO-JAZZ zu sprechen. Dieser hat selbstverständlich nichts mit „verjazzender“ Stilisierung europäischer Musik zu tun.

Alan Skidmore, ts. & ss., wurde 1942 in London, England, geboren. Seine musikalische Ausbildung erhielt er am Londoner Konservatorium. In frühen Jahren spielte er bereits mit John Mayall, Alexis Korner, Georgie Fame, dem Johnny Dankworth Orchestra, der Stan Tracy Band und Ronnie Scott. Später mit Tubby Hayes, John Surman, Chris McGregor's „Brotherhood of Breath", der George Gruntz „Concert Band", Eberhard Weber, Niels-Henning Orsted-Pedersen, Weather Report, Dave Holland und der BBC Big Band in London. Aufnahmen mit Herbie Hancock, Mike Gibbs, Mike Westbrook und Gründung von SOS mit John Surman. Gastsolist in Hamburg mit der NDR Big Band und von 1981-84 Gastsolist bei der WDR Big Band. Tourneen in den USA und Europa mit Charlie Watts, spielte mit dem Colin Towns „Mask Orchestra" in der Queen Elizabeth Hall, London. Als Alan 1969 mit seinem Quintett England beim Internationalen Jazz Festival in Montreux vertrat, wurde sein Quintett von der Presse mit dem 1. Preis ausgezeichnet und er als bester Solist bewertet. Über viele Jahre war er Preisträger der englischen Jazz Polls beim „Melody Maker" für Tenorsaxophon. Platten- und CD-Aufnahmen mit Chick Corea, George Gruntz, SOH. European Jazz Quintet, Third Eye, Georgie Fame, European Jazz Ensemble und seinem Quartett.

Gerd Dudek, ts.& ss., wurde 1938 in Groß Döbern, dem heutigen Polen geboren. Nach seinem Studium spielte er zunächst von 1960 - 64 in der Kurt Edelhagen Big Band, bevor er Mitglied im Manfred Schoof Quintett wurde, damals mit Alexander von Schlippenbach und Buschi Niebergall. Als Mitglied im Quartett von Albert Mangelsdorff sowie bei den German All Stars unternahm er Tourneen nach Asien und Südamerika. Gerd spielte im Quartett mit Alan Skidmore und Adelhard Roidinger und einer der Mitbegründer des European Jazz Quintett / Ensemble.
Noch heute ist er noch Mitglied im Contemporary Orchestra von Alexander von Schlippenbach und im „Globe Unity“.
Plattensession 1971 in Japan sowie weitere Aufnahmen mit den unterschiedlichsten Gruppen und Solisten. Tourneen in den 60er Jahren mit Don Cherry und Georg Russel. Seit 1982 auch Mitglied in „The Quartet“ mit Ali Haurand, Rob van den Broeck und Tony Levin.
Unternahm mit The Quartet und The Trio (Dudek, Haurand, van den Broeck) Tourneen durch Kanada, Australien und weiteren 24 europäischen Ländern. Mit Ali Haurand verbinden ihn seit 1976 21 Platten und CD -Einspielungen.

Ali Haurand, bass, wurde 1943 in Viersen geboren.
Der Name Ali Haurand verbindet sich mit zahlreichen Gruppen, Projekten und internationalen Tourneebesetzungen. Als Bassist und Bandleader, als unermüdlicher Initiator und Inspirator hat der aus Viersen stammende Jazzmusiker bereits europäische Musik-geschichte geschrieben. Seit vielen Jahren bildet das von Ali Haurand gegründete und von ihm immer wieder in neuen Besetzungsvarianten präsentierte „European Jazz Ensemble“ eine Art kreatives Sammelbecken, eine Drehscheibe und ein vitales Kommunikationszentrum für europäische Jazzmusiker. Obwohl der Schwerpunkt in Ali Haurands Musik stets auf dem Zeitgenössischen liegt, weiß er sich doch der großen Tradition des modernen Jazz durch eigene Spielerfahrungen und Begegnungen verbunden. So hatte er noch das Glück, beispielsweise mit Philly Joe Jones, Ben Webster, Don Byas, John Handy, Bobby Jones und Wilton Gaynair u.v.a. auf Tournee zu gehen. Bereits Mitte der sechziger Jahre spielte er im Trio und Quintett des Pianisten George Maycock. Es folgten eigene Gruppen wie „Third Eye“, das „European Jazz Quintet“ sowie, gemeinsam mit Alan Skidmore das Trio „SOH“. Mit den langjährigen Weggefährten, dem Saxophonisten Gerd Dudek und dem Pianisten Rob van den Broeck spielte Ali Haurand in der hochintegrierten Formation „The Trio“. Überdies entstanden Projekte wie der „Trumpet Summit“ oder die Begegnung des „European Jazz Ensemble“ mit den Mitgliedern der indischen Khan-Family. Die Besetzungslisten der Bands um Ali Haurand gelten seit langem als ein „Who´s who“ der internationalen Jazzelite. Seit einigen Jahren spielt Ali Haurand im Trio mit Charlie Mariano und dem Schlagzeuger Daniel Humair, im Duett mit dem Prager Flötisten Jiri Stivin und dem Pianisten Joachim Kühn und seit 1994 mit dem Pantomimen Milan Sládek.European Jazz Polls „Jazz Forum“ 1982 - 84 - 85 und 87, genannt mit SOH, European Jazz Ensemble und als Bassist. Inzwischen liegen über 50 Platten- und CD-Aufnahmen vor, die ihn zusammen mit seinen Tourneen durch Kanada, USA, Australien in über 55 Ländern international bekannt machten. Kunstpreis Frankreich 2005 an Ali Haurand: "Chevalier de l'Ordre des Arts & Jazz et des lettres"of France.

Rob van den Broeck, piano wurde 1940 in Hilversum / den Niederlanden geboren. Rob begann 1961 mit Dick Vennik,und später in der Chris Hinze Combination mit Gerry Brown (dr) und John Lee am (b) Leitet über viele Jahre die Gruppe „ Free Fair“ die als Combo sowie als Quartet plus 4 Posaunen und Trompeten bekannt ist.Für Timeless Records nahm er verschiedene CDs u.a. mit Joe Farell, Dexter Gordon, Billy Higgins, Clint Houston, Louis Hayes & B. Webster. Rob unterrichtet seit Jahren an der Kunst und Musikakademie in Arnheim / Niederlande. Die Zusammenarbeit mit Ali Haurand besteht seit 1974 in der Gruppe „Third Eye“. Plattenaufnahmen mit Alan Skidmore, Kenny Wheeler, Tony Oxley, Gerd Dudek und Wilton Gaynair. Seit 1982 Mitglied im European Jazz Ensemble, The Quartet und 1989 Mitbegründer von The Trio mit Gerd Dudek und Ali Haurand. 13 Platten und CDs dokumentieren diese intensive Zusammenarbeit. Tourneen führten ihn durch Europa, Australien und Kanada

Tony Levin, dr. wurde 1940 in Shropshire, England geboren.
Bereits im Alter von 13 Jahren studierte er Schlagzeug und Jazzimprovisation. Als Hausschlagzeuger im Londoner Ronnie Scott Club gab es sehr früh eine Zusammenarbeit mit den internationalen Jazz Stars. Um einige zu nennen: Al Cohn, Zoot Zims, Steve Lacy, Hank Mobley,Toots Thiedemanns, Dave Holland, Harry „Sweet“ Edison, Eddie Lockjaw Davis, Kenny Wheeler, Lee Konitz, Gary Burton und Joe Henderson. Von 1966 - 69 war Tony Mitglied im Quartett des legendären Saxophonisten Tubby Hayes mit Mick Pyne und dem Bassisten Ron Mathewson. Später im Quintett von Kenny Wheeler und im Duett mit John Surman. Konzert und Aufnahmen mit Keith Tippett, Paul Dunmall, Paul Rogers, Elton Dean, Larry Stabins, Evan Parker, John Taylor, Andy Sheppard. Tourneen durch Europa mit der Gruppe „Nucleus“. 1979 Einstieg bei „Third Eye“ mit Wilton Gaynair und Ali Haurand.
Seit 1989 Mitglied im European Jazz Quintet / Ensemble. Über 60 Platten und CDs dokumentieren seine Arbeit in der Welt der Improvisationmusik.

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