Charlie Mariano Daniel Humair Ali Haurand
Was für eine Band! Was für Solisten! Was für eine musikalische Erfahrung!
Es gibt nicht mehr viele Musiker, die von sich behaupten können, daß sie mit Dizzy Gillespie oder Erroll Garner in einer Band gespielt haben, in den legendären Big Bands eines Stan Kenton und Charles Mingus gesessen sind und später auch noch wesentliche Impulse für das Jazzgeschehen in Europa gegeben haben. CHARLIE MARIANO ist der Musiker auf den diese außergewöhnlichen Angaben zutreffen, ohne daß sich seine Biographie darin erschöpfte.
Denn mit seinen fast 78 Jahren hat Charlie schon allerhand hinter sich: Geboren 1923 in Boston, Ausbildung u.a. an der dortigen Berklee School of Music, seit 1948 im Profigeschäft bei u.a. Nat Pierce, Bill Harris, Shelly Manne, Dizzy Gillespie, Stan Kenton, Charles Mingus und vielen anderen.
1960, nach der Heirat mit Toshiko Akiyoshi, gründete er sein erstes Quartett, tourte und lebte einige Jahre in Japan. 1964 zum ersten Mal auf Konzertreise in Europa, bevor er für ein paar Jahre Lehrer am Berklee wurde. Seit 1971 lebt er hauptsächlich in Europa, was ihn allerdings den Durchbruch und die große Anerkennung in den USA gekostet hat. In Europa jedenfalls wurde CHARLIE MARIANO in den 70er Jahren rasch bekannt durch seine musikalischen Abenteuer von EMBRYO über Theaterprojekte bis zur Gruppe Pork Pie, die in Zusammen-arbeit mit Jasper van´t Hof und Philip Catherine entstand. Dazwischen lagen immer ausgedehnte Aufenthalte in Indien und Fernost, bei denen er tief in die Musikkultur der bereisten Länder eintauchte und diese Einflüsse dann in seine eigene Musik integrierte, lange bevor der Begriff Weltmusik Mode wurde. 1977 stieg er beim United Jazz & Rock Ensemble ein, wo er bis 1998 Mitglied war. Mit Eberhard Weber´s Gruppe Colours bereiste er die USA und andere Weltgegenden, trat mit dem Karnataka College of Percussion in den 80er & 90er Jahren häufig auf. In den 90er Jahren gab es Tourneen mit dem Bandoneonspieler Dino Saluzzi, und selbst Barden wie Konstantin Wecker oder Herbert Grönemeyer haben sich schon oft von Charlie Mariano unterstützen lassen. Er ist noch rüstig genug, sein Altsaxophon raumbeherrschend losfliegen zu lassen, wobei er mit jeglicher Unterstützung von seinen beiden Kollegen rechnen kann.
Der eine davon ist der vielseitige Bassist ALI HAURAND, ein Macher der deutschen Jazz Szene, der 1943 in Viersen geboren wurde. Neben zahllosen Kooperationen mit Musikern aus aller Welt, Fernsehmoderationen und nach einigen aufsehenerregenden Großunternehmungen wie seiner famosen Jazzmaschine The European Jazz Ensemble, die führende Musiker aus allen Ecken Europas zusammenführt, pflegt er auch kleinere Formate wie Trios und Quartette. Sein modernes, schnörkelloses Baßspiel kommt innovativen Musikern wie Joachim Kühn, Daniel Humair, Al Foster, Tony Coe, Paolo Fresu, Charlie Mariano oder John Surman sehr entgegen, die ihn alle sehr gerne in ihren Gruppen haben bzw. zu Platteneinspielungen heranziehen. Und immer wieder zaubert er überraschende Ensembles aus dem Hut, so wie dieses Trio, das allerbeste Musik garantiert.
Über den Schlagzeuger DANIEL HUMAIR braucht man bei uns eigentlich nicht mehr viele Worte zu machen, denn dem Publikum ist der Filigrantechniker der Stockarbeit von Auftritten mit Joachim Kühn und Jean-Francois Jenny Clarke her bekannt und vertraut. Wer dennoch den so sensibel trommelnden Mann noch nicht kennen sollte, hier ein paar Anhaltspunkte: 1938 in Genf geboren, seit 1955 Profimusiker. 1958 Übersiedlung nach Paris: enge Kontakte zu Exil-Amerikanern wie Eric Dolphy, Chet Baker, Kenny Dorham, Oscar Pettiford, Jackie McLean, Phil Woods u.a.; ab 1959 im Trio mit Martial Solal; dann Phil Woods European Rhythm Maschine; 1984 Gründung des Trios mit Joachim Kühn und J.-F. Jenny Clarke, dem sein musikalisches Hauptinteresse galt; viele Tourneen und Festivalauftritte; seit Anfang der 90er Jahre in weiteren Gruppen aktiv, u.a. mit Dave Liebman, Enrico Rava oder Jerry Bergonzi. Neben vielem Anderen besticht der Ausnahmetrommler Daniel Humair durch die unnachahmliche Leichtigkeit des percussiven Netzes, das er in der Verzahnung von rhythmischer Intensität, eleganter Akzentuierung, energischem Drive und superber Technik über den Klangkreationen seiner Mitspieler schweben läßt.
EINFACH EIN GENUß!
Tourdates entnehmen Sie bitte (sobald bekannt, werden sie veröffentlicht) den TOUR DATES des European Jazz Ensembles, dem ja bekanntlich auch Charlie Mariano, Daniel Humair und Ali Haurand angehören.
Hörproben in RealAudio: Yagapriya + No More Chains
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Charlie Mariano, as., wurde am 1923 in Boston, USA geboren.
Als Sohn italienischer Einwanderer in die USA begann Charlie Mariano 1941 seine lange Musikkarriere in Boston. Von 1953 - 55 spielte er in der Big Band von Stan Kenton, u.a. mit Charlie Parker, Dizzy Gillespie und Eroll Garner; später gründete er mit seiner damaligen Frau Toshiko Akiyoshi eine eigene Band. Nach einer Phase bei Charles Mingus zog es ihn von 1963-65 nach Japan, wo er erste Kontakte mit der asiatischen Musik bekam.
Charlie lebt seit 1971 hauptsächlich in Europa und spielte mit vielen führenden Musiker zusammen, so bereits 1975 mit Jasper van't Hof und Philip Catherine in der Jazz Rock Formation Pork Pie, und von 1977-98 mit dem United Rock & Jazz Ensemble. Seit Anfang der 70er Jahre, als er sich zu Studienzwecken häufig in Indien aufhielt, spielt Charlie das indische Blasinstrument Nagaswaram.
Einspielungen und Tourneen machte er mit dem argentinischen Bandoneonspieler Dino Saluzzi und dem Liedermacher Konstantin Wecker. Charlie Mariano hat nie vergessen, daß sein Vorbid Charlie Parker hieß, mit ihm hat er selbst noch gespielt.
Schallplatten unter seinem Namen u.a. Mariano / Dodgion Sextet, mit Stan Kenton, Sheely Manne, Bill Holman, Frank Rossolino, Toshiko Akiyoshi, Charles Mingus, Elrvin Jones, McCoy Tyner, Ebehard Weber, United Rock & Jazz Ensemble, Jasper van´t Hof, Philip Catherine, Stu Goldberg, Don Alias, Gene Perla. Als Gast beim European Jazz Ensemble seit 1996. Spielt derzeit u.a.im Trio mit Daniel Humair und Ali Haurand.
Daniel Humair, dr., wurde am 1938 in Genf geboren.
Gilt als einer der herausragenden europäischen Schlagzeuger im neuen Jazz. Humair begann bereits mit sieben Jahren Schlagzeug zu spielen und wurde 1955 professioneller Musiker, nachdem er den Amateurpreis beim Internationalen Züricher Jazzfestival gewann. 1958 siedelte er nach Paris über, wo er mit Lucky Thompson, Oscar Pettiford, Kenny Dorham und Chet Baker spielte. 1959 formierte er sein erstes eigenes Trio mit dem Pianisten Martial Solal. In den späten 60er Jahren wurde er Mitglied der Phil Woods European Rhythm Machine, beim Trio des Geigers Jean-Luc Ponty und des Organisten Eddy Louiss. Später tourte er regelmäßig mit Stephane Grappelli, J.L. Ponty, George Grunz, Jim Hall, Herbie Mann, Lee Konitz und Anthony Braxton, bevor er mit dem Bassisten Henri Texier und dem Saxophonisten Francois Jeanneau Frankreichs fortschrittlichstes Trio jener Jahre bildete. In dem 70er Jahren begann auch die Zusammenarbeit mit Joachim Kühn und J.F. Jenny-Clark. Bis zum Tode von Jean-Francois Jenny-Clark galt dieses Trio seinem musikalischen Hauptinteresse. Daniel Humair hielt immer an seinen Special Occasion fest.
Ensembles feat. Bob Berg oder John Scofield, David Friedman oder Larry Schneider oder seine Zusammenarbeit mit Martial Solal und Michel Portal. 1991 tourte Humair mit Quatre feat. Enrico Rava, Franco D'Andrea und dem Bassisten Miroslav Vitous. Seit 1997 auch im Trio mit Charlie Mariano und Ali Haurand. Neben seiner musikalischen Tätigkeit ist Humair auch ein ambitionierter Maler.
Ali Haurand, b.,wurde 1943 in Viersen, Deutschland geboren.
Der Bassist und unablässige Motor des European Jazz Ensembles gehört mit Gerd Dudek und Alan Skidmore zu den Gründungsmitgliedern. Nach seinem Studium an der Folkwangschule in Essen gründete er 1968 die Gruppe THIRD EYE mit dem holländischen Pianisten Jan Huydts. Unternahm Tourneen mit Philly Joe Joens, Ben Webster, Don Byas, Bobby Jones, John Handy, Wilton Gaynair, Jan Akkermann & George Maycock. Ali gründete 1976 das European Jazz Quintet / Ensemble mit den Saxophonisten Alan Skidmore, Gerd Dudek, Leszek Zadlo und dem Schlagzeuger Pierre Courbois. Von 1978 - 84 spielte er im Trio SOH mit dem Schlagzeuger Tony Oxley und Alan Skidmore.
Es folgten The Quartet, The Trio, Sense und andere Projekte. Zu den Musikern, mit denen er über die Jahre zusammenarbeitete, zählen Kenny Wheeler, Tony Coe, Eje Thelin, John Taylor, Enrico Rava, Manfred Schoof, Louis Sclavis, Philipp Catherine, David Friesen, Jiri Stivin, John Surman, Jon Christensen, Alan Jones, Charlie Mariano.
Seit einigen Jahren spielt Ali Haurand im Trio mit Charlie Mariano und dem Schlagzeuger Daniel Humair, sowie im Duett mit dem Prager Flötisten Jiri Stivin.
European Jazz Polls Jazz Forum 1982 - 84 - 85 und 87, genannt mit SOH, European Jazz Ensemble und als Bassist.
Inzwischen liegen über 40 Platten- und CD-Aufnahmen vor, die ihn zusammen mit seinen Tourneen in Kanada, Australien in über 50 Ländern international bekannt machten.