Freitag, 20. April 2012
Weberhaus
Sonderveranstaltung: OREGON - USA
Ralph Towner, guitar & piano * Paul McCandless, oboe & reeds * Glen Moore, bass * Mark Walker, dr. & perc.

42 Jahre besteht „OREGON“ inzwischen als Gruppe, die zu den interessantesten akustischen Fusionbands des Jazz zählt.
Verschmolzen werden Jazz, Avantgarde und ethnische Musik, gepaart mit einem instrumentellen Variationsreichtum der Gruppe.
Multi-Instrumentalist Ralph Towner, der am 1. März 1940 in Chehalis, Washington, geboren wurde, entwickelt seinen eigenständigen Stil vor allem auf der zwölfsaitigen Gitarre, die er wie ein Tasten-instrument behandelt. Die Pianisten Bill Evans und Paul Bley beeinflußten ihn so stark, daß er die Art der Musik auf die Gitarre übertrug. Pat Metheny war überwältigt, als er Ralph Towner das erste Mal hörte, und Larry Coryell zeigt sich tief beeindruckt von seiner Art, zur selben Zeit Rhythmus, Melodie und Improvisation zu spielen.
Seine musikalische Vielseitigkeit war ihm gleichsam in die Wiege gelegt worden: Seine Mutter war Klavierlehrerin, sein Vater Trompeter. So bekam Ralph Towner bereits mit drei Jahren Klavier- und vom fünften Lebensjahr an Trompetenunterricht. Als Teenager spielte er in Tanzbands Trompete, in einem Spezialensemble für Alte Musik Gitarre und Laute. Ab 1969 arbeitete er u.a. mit John McLaughlin, Stan Getz, Keith Jarrett und Gary Burton, bevor er die Gruppe „OREGON“ formierte.
Auch Multi-Instrumentalist Paul McCandless wuchs in einer Musiker-familie auf. Er wurde am 24. März 1947 in Indiana, Pennsylvania, geboren. Zunächst lernte er Klarinette und Klavier. Später kamen Oboe, Flöte und Saxofon hinzu. Sein nahezu unterkühlter Ton auf seinem späteren Hauptinstrument, der Oboe, prägte den Sound der Gruppe entscheidend mit.
Glen Moore wurde am 28. Oktober 1941 in Portland, Oregon, geboren. Als Kind lernte er zunächst Klavier, mit dreizehn Jahren kam der Bass hinzu, später Flöte und Violine. In den sechziger Jahren spielte er u.a. mit Jim Pepper, Zoot Zims, Paul Bley und Jeremy Steig.

Aktuelle CD:
OREGON „Live at Yoshi's“ Intuition / Schott Music & Media
Mit dem neuen Album „Live at Yoshi's“ hat OREGON das Jammen entdeckt. Groovy und jazzy klingt vieles auf der neuen CD. Und manches sogar funky – und es bleibt doch OREGON. (Jazzthing)
Mit der CD „Live at Yohi's“ gibt OREGON einen Überblick über das breite Spektrum alter und neuer Stücke der Band. So läßt das Quartett zum Beispiel den Jim-Pepper-Song „Witchi-Tai-To“ wieder aufleben – ein OREGON-Konzerthit der 70er Jahre – oder greift das frühe „Raven's Wood“ erneut auf, eine Komposition mit Latin-angehauchtem Beat, das Mark Walker besonders liegt oder stellt mit „Crocodile Romancing“ ein neues Stück vor, in dem sich mit unverwechselbarem OREGON-Klang Reggae und Funk mischen.

Ralph Towner
Er ist vielleicht der einzige Gitarrist aus dem Jazz-Lager, der noch nie elektrisch zu hören war; ein reiner Akustiker also, dazu noch mit der recht ungewöhnlichen Instrumentenkombination von klassischer Nylonstring- und 12saitiger Steelstring-Gitarre. Spätestens jetzt wissen Interessierte, auf wen diese Beschreibung paßt...
Es geht um Ralph Towner, Gitarrist und Mitbegründer der Gruppe Oregon. Der Multi-Instrumentalist (außer Gitarre spielt er Klavier, Synthesizer, Trompete und Percussion) hat eine außergewöhnliche Laufbahn hinter sich. Geboren 1940 startet er mit dem Klavier im Alter von 3 Jahren, beginnt mit 18 ein Musikstudium an der University of Oregon – zunächst mit der Trompete – und hält im vergleichsweise fortgeschrittenen Alter von 22 erstmals eine Gitarre in den Händen. 1963 und 1967 geht er jeweils für ein Jahr nach Wien und studiert bei dem klassischen Gitarristen Karl Scheit.
Zurück in den Staaten arbeitet er in New York als Pianist und Gitarrist und wird 1970 Mitglied des Paul Winter Consort, einer ungewöhnlich instrumentierten Gruppe mit Cello und Oboe. Hier spielt er ausschließlich 12string-Gitarre und lernt Glenn Moore, Colin Walcott und Paul McCandless kennen. Eine folgenreiche Begegnung, denn diese vier gründen zwei Jahre später das Quartett Oregon, ein höchst wandlungsfähiger Klangkörper im Spannungsfeld zwischen europäischer Kammermusik, World Music und Jazz. Seitdem hat Ralph Towner als Solist, als Sideman und zusammen mit Oregon eine lange Reihe von Plattenaufnahmen vorgelegt, erhielt 1974 den „Downbeat’s critics" Poll und gewann mit Oregon für das Album ,Ecotopia‘ einen Grammy. Er erfährt bei Hörern und Musikerkollegen gleichermaßen größte Hochachtung und ist eines der gitarristischen Aushängeschilder des Münchner Labels ECM.

In Zusammenarbeit mit der Radeberger Gruppe KG / Schlösser Alt