Freitag, 18. November 2011
Weberhaus
Paul Zauner Quintet feat. Donald Smith
Paul Zauner, tb. * Klemens Pliem, sax. * Donald Smith, p. & voc. * Wolfram Derschmidt, b. * Dusan Novakov, dr.

Musik, wurzelnd im Gospel & Blues und gespielt im Geiste von Ray Charles und Lester Bowie. Der Posaunist aus dem Innviertel, der bereits in den 80er Jahren mit wichtigen amerikanischen Jazzmusikern in Konzerten und auf Tourneen zusammengearbeitet hat, nimmt mit seinem BLUE BRASS Ensemble den "traditionellen Jazzrahmen" als Basis und bearbeitet diesen in groovig-avantgardistischen Arrangements. Donald Smith gilt als einer der besten Jazz- und Blues-Sänger weltweit.
Paul Zauners Blue Brass
Jazz, das ist eine Kunstform, die, wenn sie sich ernst nimmt, mutig aus dem Augenblick heraus entsteht. Damit steht dieses traditionsreiche Genre nachgerade sinnbildlich für unsere Ära des permanenten Wandels. Speziell in Zeiten einer Wirtschaftsrezession, bietet es sich an, den Jazz als Lehrmeister für einen Alltag heranzuziehen, in dem zusehends mehr Menschen improvisieren müssen. Die vielen Aspekte des „busy surviving“, den Protagonisten dieser Kunst von jeher lebten, können in diesen Tagen gerade auf den Tummelplätzen der Entrepreneure wieder beispielhaft sein. Auch in höchster materieller Not oder in engen Konkurrenzsituationen trachtet ein Vollblutjazzer nach Ausschöpfung seines Potentials, nach Momenten der Freiheit, nach Transzendenz und Ablösung vom Materiellen.
Darum weiß Paul Zauner, Posaunist, Promotor, Labelbetreiber aus dem oberösterreichischen Diersbach. Um mit Curtis Mayfield zu sprechen: Zauner kommt stets „in peace, with a message of love.“ Selbst im Grenzland zu Bayern aufgewachsen, ist auch sein Idealismus grenzüberschreitend. Mit seiner zart swingenden eigenen Musik zieht er durch die Lande, seine famosen PAO-Alben sendet er um den ganzen Globus. Ihn selbst lockt es immer wieder ins mythenumwobene Harlem. Dort bewegt sich der in oberösterreichisch-bäuerlichem Umfeld Sozialisierte, ganz so cool wie die echten Harlemiten. Betritt man mit ihm etwa das liebenswert anarchische St. Nick´s Pub am Sugar Hill, dieses letzte Refugium des alten Spirit of Harlem, dann gibt es ein großes Hallo. Die Musikerschar kennt und liebt diesen ungewöhnlichen Gast. Da tauscht man sich über Vorzüge deftiger Küche ebenso aus, wie über allerlei musikalische Feinheiten, die Granden wie Donald Smith und Mansur Scott, dort im Herzen von Harlem allwöchentlich platzieren. Exakt diese beiden Könner lud Zauner ein, die neue Blue-Brass-CD „Soulful Change“ zu würzen.

In Zusammenarbeit mit Jazz am Rhein e.V. in der Reihe Jazz am Niederrhein, mit Unterstützung vom Ministerpräsidenten des Landes NRW, Kunststiftung NRW