Freitag, 01. Oktober 2010
Weberhaus
Cécile Verny Quartett
Cécile Verny, vocals * Andreas Erchinger, piano * Bernd Heitzler, bass * Lars Binder, drums

Die frankoafrikanische Jazzsängerin Cécile Verny – im Frühjahr 2005 mit ihrem Album "European Songbook" von 0 auf 13 im Sauseschritt in die deutschen Jazzcharts eingestiegen – setzt mit ihrem neuen Programm "The Bitter and the Sweet" einen weiteren Meilenstein auf dem Weg, für den ihr Ensemble seit Jahren in ganz Europa bewundert und ausgezeichnet wird. Afrikanische Roots, französische Gesangstradition und unangestrengte jazzige Scatakrobatik vereint Cécile Verny in den rhythmisch pulsierenden Kompositionen ihres Quartetts. Cécile Verny ist an der Elfenbeinküste geboren, in Frankreich aufgewachsen und lebt heute in Deutschland. Sie singt auf Englisch und in ihrer Muttersprache Französisch. Sie ist eine Sängerin, die genau weiß, was und vor allem wie sie mit ihrem Ensemble zaubern kann: verträumte Songs von höchster Intensität, Swing und Blues mit prickelndem Feeling und Drive, Chansonklänge mit großer Wärme. Ihr neues Konzertprogramm setzt ihre großartige Stimme so persönlich wie nie zuvor in Szene. Gegensätze ziehen sich an – bitter und süß, heiß und kalt, melancholisch und hoffnungsfroh, energisch und elegisch, afrikanisch und europäisch, extravagant und intim. Exzellente Musiker begleiten sie hoch inspiriert und handwerklich auf sehr hohem Niveau gemäß dem Konzept: Wir sind eine Band.

Cécile Verny war im letzten Jahr beim 23. Int. Jazzfestival Viersen mit der WDR Big Band. „WDR Big Band Celebrating Billie Holiday” feat. Cécile Verny, vocals

Vor ein paar Jahren schon hatte die so wandelfähige WDR Big Band die Songs, die einst Billie Holiday sang, in ihrem Live-Programm. Jetzt ist der Tribut an Lady Day auf CD verewigt worden – mit Cécile Verny als Stimme. Eine sehr gute Wahl, zählt die in Freiburg lebende Sängerin von der Elfenbeinküste doch zu jenen, die eigene Wege gehen in der vokalen Jazzwelt. So eine Herangehensweise passt hier ganz vorzüglich ins Konzept. Denn die Arrangements von Big-Band-Leiter Michel Abene sind absolut zeitgemäß. »Fine and Mellow« kommt funkig-frisch daher, »Lover Man« als lässige kopfnickende Groovenummer und »You Don’t Know What Love Is« klingt ebenfalls so was von relaxt, dass es eine Freude ist. Und zu den bunt schattierten Klangtupfern, die die Musiker der WDR Big Band immer wieder in die Stücke einfügen, singt Cécile Verny souverän und ausdruckstark und in keiner Sekunde so, als wolle sie irgendwie nach Billie klingen. Selbst in den zahlreichen Balladen auf diesem Album, die durch die Streicher des WDR Rundfunkorchesters noch mehr Fülle bekommen, bleibt sie erfreulicherweise ganz sie selbst. So war diese Aufnahme frei von Klischees und eine echte Empfehlung für alle Cécile Verny–Fans, aber auch Freunde der immer wieder so positiv überraschenden WDR Big Band.

In Zusammenarbeit mit der Köstritzer Schwarzbierbrauerei