JAZZ & PANTOMIME

JAZZBOX.COM freut sich, Ihnen die (in dieser hochkarätigen Besetzung) vielleicht einmalige Zusammenstellung präsentieren zu dürfen. Schon 1994 bei den Leverkusener Jazz Tagen stürmisch gefeiert, planen die unten aufgeführten Künstler Milan Sladek, Jiri Stivin und Ali Haurand auch 1999 und 2000 wieder einige Vorstellungen. Termine hierfür entnehmen Sie bitte (sobald bekannt, werden sie veröffentlicht) den TOUR DATES des European Jazz Ensembles, dem ja bekanntlich auch Jiri Stivin und Ali Haurand angehören. Möglicherweise werden auch noch andere hochkarätige Musiker an dieser Begegnung teilnehmen.

Für Anfragen und Buchungen steht Ihnen Connextion Agency, Konrad-Adenauer-Ring 10, 41747 Viersen, Tel. +49 (0) 2162 - 18408, Fax + 49 (0)2162 - 15373 zur Verfügung.

Milan Sladek Pantomime
Milan Sladek, 1938 in der Slowakei geboren, verließ 1968 aus Enttäuschung über das Scheitern des Prager Frühlings die Tschechoslowakei. Der ausgebildete Holzschnitzer und Schauspieler kam 1970 über Bulgarien und Schweden nach Köln, weil ihm "das Klima und die Gastfreundschaft" so gut gefiel.
Zwischen 1974 und 1987 machte er sein Theater Kefka zum Anziehungspunkt für Pantomimen aus aller Welt. Danach bereiste Sladek Japan und lernte das Bunraku-Puppentheater kennen und lieben. In den Jahren 1991 und 1992 tourte er mit seiner Inszenierung "Die Hochzeit des Figaro", für die er selbst die Puppen entwarf und Regie führte.
Im Mai 1994 feierte Milan Sladek das 20jährige Bestehen seines Pantomimentheaters in Köln und zeigte im Theaterzelt auf dem Kölner Rudolfplatz über drei Wochen lang eine eigens für diesen Anlaß erarbeitete Inszenierung.

Jiri Stivin fl. as. cl. bcl. ts. bs.
Jiri Stivin wurde 1942 in Prag geboren. Ebenso vielseitig wie das musikalische Instrumentarium, dessen sich Stivin bedient, sind seine musikalischen Interessen. Obwohl vor allem als Jazzmusiker bekannt, ist Stivin auch als Interpret von Barockmusik hervorgetreten; er wirkte an der Aufführung zeitgenössischer Kompositionen mit, arbeitete mit Rockgruppen und Studiobesetzungen.
Stivin ist als Multiinstrumentalist (mit Schwerpunkt auf den Flöteninstrumenten), Komponist, Interpret und improvisierender Musiker tätig. Festgelegt zu werden oder sich selbst musikalisch festzulegen erscheint ihm als künstlerische Einengung, die er immer wieder zu durchbrechen versucht.
Jiri Stivin studierte an der Prager Filmakademie bei Milan Munclinger und an der Royal Academy of Music in London.
Er nahm u. a. das Konzeptalbum "Zodiak", ein Doppelalbum mit dem Percussionisten Pierre Favre auf. Einspielungen mit dem Prager Super Quartet, seinem Sohn Jiri (dr.), Tony Scott und Rudolf Dasek.
Stivin ist auch als Solist der Flötenkonzerte von Antonio Vivaldi und Georg Phillip Telemann bekannt geworden und war an Plattenproduktionen mit führenden tschechoslowakischen Kammerorchestern beteiligt.

Ali Haurand b.
Der Bassist und unablässige Motor des European Jazz Ensembles wurde 1943 in Viersen geboren. Nach dem Studium an der Folkwangschule in Essen gründete er 1968 die Gruppe "THIRD EYE" mit dem holländischen Pianisten Jan Huydts. Haurand unternahm Tourneen mit Phily Joe Joens, Ben Webster, Don Byas, Bobby Jones, John Handy, Wilton Gaynair u. a.
Ali Haurand gründete 1976 das European Jazz Quintett / Ensemble mit dem Saxophonisten Alan Skidmore, Gerd Dudek, Leszek Zadlo und dem Schlagzeuger Pierre Courbois. Von 1978 bis 1984 spielte er im Trio SOH mit Alan Skidmore und Tony Oxley, es folgten "The Quartet" und "The Trio". Zu den Musikern, mit denen er über viele Jahre zusammenarbeitete, zählen Kenny Wheeler, Tony Coe, Joachim Kühn, Daniel Humair, Eje Thelin, John Taylor, Louis Sclavis, Philip Catherine, David Friesen, Jiri Stivin, Enrico Rava, John Surman, Conny Bauer, Jon Christensen, Alan Jones u. a. European Jazz Polls "Jazz Forum" 1982, 84, 85, 87 genannt mit SOH, European Jazz Ensemble und als Bassist.
Inzwischen liegen über 40 Platten- und CD-Aufnahmen vor, die ihn zusammen mit seinen Tourneen durch ganz Europa, Australien, Kanada und Osteuropa international bekannt machten.

Pantomime & Jazz:
~ ANDY WARHOL REFLECTION ~

Milan Sladek , Pantomime (Bratislava)
Jiri Stivin, fl, as, cl, bcl, ts, bs (Prag)
Ali Haurand, b (Viersen)


Wer 1999 den weltbekannten Mimen Milan Sladek in der Synagoge erlebt hat, wird diese eindrucksvolle Live-Performance niemals vergessen, eine außergewöhnliche Veranstaltung, dargeboten von Künstlern mit Weltformat. Mit stehenden Ovationen wurden Milan Sládek, Ali Haurand und Jiri Stivin damals verabschiedet.
Der slowakische Regisseur, Pantomime, Autor, Pädagoge, Theaterleiter, Maskenbauer und Maler Milan Sladek stellt 2006 sein neues Projekt vor: Comedy-Reflektionen auf den Pop-Art-Prinzen - wieder eine Begegnung der stummen Art mit dem Jazz und der Malerei. Andy Warhol, darunter versteht man nicht nur den Künstler, sondern auch den Begriff der „Rückkehr zum Objekt“, den man gemeinhin mit der amerikanischen Pop-Art in Verbindung bringt: Marilyn Monroe im Siebdruck, die Campbell Suppendose und die Cola Flaschenbatterien. Warhol wurde durch seine Werke zu einem der bekanntesten bildenden Künstler auf dem Globus. Andy Warhol ist aber auch jener Andrew Warhola, dessen Eltern aus der Ost-Slowakei in die USA emigrierten. In Pittsburgh geboren, lebte er nach dem Tod des Vaters dort weiter.
Milan Sladek ließ sich von einem Besuch im Pittsburgher Warhol-Museum inspirieren zu seiner Art der mimischen Interpretation des berühmten Landsmannes. Da begegnet dem Zuschauer ein vielschichtiger Pop-Artist inmitten einer mitunter schrill-hysterischen Welt, der auf komödiantische Weise über das Leben an sich, sein Leben im Besonderen und dessen Wurzeln reflektiert.
Milan Sladek, verließ 1968 aus Enttäuschung über das Scheitern des Prager Frühlings die Tschechoslowakai. 1970 kam er über Bulgarien und Schweden nach Köln und machte dort sein Theater „Kefka“ zum Anziehungspunkt für Pantomimen aus aller Welt. Sein Theater war das einzige festansässige Haus für Pantomime in Westeuropa. Köln wurde durch ihn zum Mekka für diese Kunst.
Mittlerweile zog es ihn wieder in die slowakische Republik zurück, und er hat in Bratislava ein neues Pantomimentheater „Die Arena“ aufgebaut.
Offen für alle theatralischen Möglichkeiten, Figuren, Masken, Tanz, Malerei, Clowniaden, Musik, entfaltet seine Pantomime eine ungeahnte Fülle des Ausdrucksreichtums. In über 40 Ländern der Welt hat er die Entwicklung der modernen Pantomime maßgeblich beeinflusst.
Er zeigt, dass der Körper denkt, fühlt, spricht und sich ausdrückt; dass er etwas zu sagen hat, was Worte nicht ausdrücken können. Milan Sladek, der international renommierte Pantomime, hat sich einer modernen Form des Bewegungstheaters verschrieben. Er hat die klassische Form durch die Konfrontation mit verschiedensten anderen Formen künstlerischen Ausdrucks erweitert und ihr eine neue Dimension gegeben.
Milan Sladek freut sich nun besonders, diese Fusion der Künste in der Zusammenarbeit mit Ali Haurand und Jiri Stivin als eine Begegnung des Jazz mit dem Bewegungsspiel der Pantomime weiterführen zu können. Musik und Bewegung sind seit Menschengedenken untrennbar verbunden, und die perfektionierte, aber ständig zu Improvisation bereite Beherrschung ihrer Instrumente bringen diese beiden Kunstformen näher zusammen.
Ebenso vielseitig wie das Instrumentarium, dessen sich Jiri Stivin bedient, sind seine musikalischen Interessen. In seiner tschechischen Heimat ein umjubelter Star, Flötist im Prager Symphonieorchester, anerkannter und hochgeschätzter Interpret der Renaissance- und Barockmusik, bewegt er sich gleichermaßen stilsicher in Jazz und Klassik. Er gilt international als einer der besten Jazzflötisten. Virtuos, vital und mit Hingabe zaubert er aus den unmöglichsten Gegenständen erstaunliche Klänge. Mit einer schier unermüdlichen Quelle improvisatorischer Ideen weiß er zu überraschen und zu begeistern.
Der Bassist Ali Haurand ist der Gründer, Initiator und Inspirator des European Jazzensembles.
Beide Musiker untermalen einfühlsam das Geschehen auf der Bühne. Es ist beeindruckend, wie sie das, was Milan Sladek ausdrückt, mit ihren Jazzimprovisationen unterstützen. Ali Haurand am Baß und Jiri Stivin mit seinen Flöten, Klarinetten und Saxophonen untelegen die Performance nicht nur, sie stacheln an, antworten und spielen Milan Sladek zu.Zusammen mit diesen außergewöhnlichen Musikern interpretiert der große Pantomime mit ausdrucksstarkem Tanz perfekt das Spiel mit Körper, Tönen und Farben.


Fotos von Heinz-Friedrich Hoffmann